Monika Aichele
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Illustration ist Spiegel des Alltags, auch meines Alltages.

Anlässlich ihrer Ausstellung "What I See - Not Only Monkeys" (im Juni in Hamburg und 2006 in Barcelonana) haben wir die freie Illustratorin Monika Aichele zu den Möglichkeiten und Grenzen der Illustration befragt.

In den Medien begegnen uns vermehrt Illustrationen. Woran liegt das?

Illustration ist ein Darstellungsmedium, das komplexe Sachverhalte einfach, pointiert und ansprechend übersetzen kann. Außerdem leistet die Illustration redaktionelle Arbeit, denn sie hat die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen mittels Bildern oder mittels eines Bildes. Und schliesslich sorgt sie für Abwechslung, denn die Illustration ist ein Medium, das sich immer wieder neu erfindet.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Illustration ist Spiegel des Alltags auch meines Alltages. Die Eindrücke, die ich aufnehme, Kurioses wie Banales sind vielfältig und speisen meine Ideen und Ausdrucksformen. Sicherlich sind neben Berlin auch Arbeitsaufenthalte in New York, Barcelona. Lissabon oder jüngst Tel Aviv sehr stimulierend für mich.

Gibt es Grenzen für Ihr technisches Repertoire?

Ich versuche sie so weit wie möglich auszuschöpfen. Ich nutze sowohl klassische Mal- und Zeichentechniken als auch computergestütze Visualisierungstechniken. Welche Verwendung zum Zuge kommt, hängt auch von der Aussage ab. Verliert z.B. ein Strichmännchen den Kopf, so kann man das im übertragenenen Sinne deuten: der Schaden kann behoben werden. Je konkreter und realistischer aber die Zeichnung wird, umso eher interpretiert der Betrachter die Person als geköpft.

Ihre politischen Illustrationen haben Sie überwiegend für die New York Times erstellt. Stehen die US-Medien politischen Illustrationen aufgeschlossener gegenüber?

Ja, ich empfinde das als entscheidenden Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Tageszeitungen. Die New York Times etwa präsentiert ca. 13 Illustrationen täglich. Die US-Leser kennen Illustratoren wie wir hierzulande Autoren.

Was wäre ihre Vorstellung von einer neuen Ästhetik?

Endlich Kommunikation. Mein Ziel ist es neben der Ästhetik eine clevere Idee zu finden, die ein gewisses Mass an Amüsement bei dem Betrachter auslösen soll. Ich suche nach Symbolen und versuche diese auf eine überraschende Weise zu mischen. Mein Wunsch ist es nicht nur eine eindimensionale Bebilderung zu erzeugen, sondern ein Gleichnis, eine Metapher zu entwickeln, um zum Nachdenken anzuregen.